Job Families, Clusters, Roles und Levels
Definitionen, Designprinzipien und Matrizen zur Strukturierung der Hierarchie.
Die Vier-Ebenen-Hierarchie
Jede Job Architecture organisiert Rollen in eine Vier-Ebenen-Hierarchie. Jede Ebene erfüllt einen eigenen Zweck, und die richtigen Grenzziehungen entscheiden, ob die Architecture nutzbar oder bürokratisch ist.
Job Families
Eine Job Family gruppiert Rollen, die ähnliche Wissensdomänen, Kompetenzen und funktionale Zwecke teilen. Families sind die breiteste Kategorie — typischerweise 8–20 pro Organisation.
Designprinzipien:
- Families sollten erkennbaren Funktionsbereichen entsprechen. Mitarbeitende sollten sofort verstehen, zu welcher Family ihre Rolle gehört.
- Vermeide sowohl Über-Aufteilung (30+ Families erzeugt Navigations-Overhead) als auch Unter-Aufteilung (5 Families verbirgt relevante Unterschiede).
- Jede Family sollte mindestens 3 verschiedene Rollen enthalten. Wenn eine Family nur 1–2 Rollen hat, gehört sie wahrscheinlich als Cluster in eine andere Family.
Gängige Beispiele: Finance & Accounting, Engineering & Technology, Human Resources, Commercial & Sales, Operations, Legal & Compliance, Marketing & Communications, Research & Development, Customer Success, Data & Analytics.
Job Clusters (Sub-Families)
Clusters fügen feinere Granularität innerhalb einer Family hinzu. Nicht jede Organisation braucht sie — sie sind am nützlichsten, wenn eine Family mehr als 10 verschiedene Rollen enthält.
Wann Clusters verwenden:
- Eine Family enthält funktional unterschiedliche Gruppen (z. B. Engineering → Software Engineering, Data Engineering, Infrastructure)
- Karrierepfade innerhalb der Family divergieren erheblich (z. B. HR → Talent Acquisition vs. Compensation & Benefits)
- Unterschiedliche Skill-Sets werden trotz gemeinsamer Family-Zugehörigkeit benötigt
Wann auf Clusters verzichten:
- Die Family ist klein (weniger als 10 Rollen)
- Alle Rollen innerhalb der Family teilen die gleiche Skill-Basis
- Das Hinzufügen von Clusters würde Ein-Rollen-Clusters erzeugen
Job Roles
Die Job Role ist der grundlegende Baustein — die kleinste eigenständige Einheit in der Architecture. Jede Rolle hat:
- Eindeutiger Role Code — alphanumerischer Identifikator (z. B. ENG-SWE-003)
- Standardisierter Titel — konsistent über Regionen und Abteilungen hinweg
- Allgemeine Beschreibung — 2–3 Sätze, die den Zweck der Rolle zusammenfassen
- Detaillierte Tasks — spezifische Tätigkeiten, die die Rolle ausführt (10–20 Tasks pro Rolle)
- Erforderliche Skills — konkrete Fähigkeiten mit Skill-Stufen
- Qualifikationen — Ausbildung, Zertifizierungen, Erfahrungsanforderungen
- Equal-Pay-Kriterien — Faktoren zur Bestimmung vergleichbarer Arbeit
Häufiger Fehler: Für jede leicht abweichende Stellenbeschreibung eine neue Rolle anlegen. Rollen-Proliferation untergräbt den Zweck der Architecture. Ziel: 80 % der Mitarbeitenden sollten bestehenden Rollen zugeordnet werden können. Neue Rollen nur erstellen, wenn sich Tasks und Skills tatsächlich unterscheiden.
Job Levels
Levels definieren die Seniorität innerhalb jeder Rolle. Sie bestimmen Gehaltsbänder, Entscheidungsbefugnisse und Erwartungen an die Karriereentwicklung.
Wie viele Levels?
| Organisationsgröße | Empfohlene Levels | Begründung |
|---|---|---|
| Startup (<200) | 5–7 | Weniger Ebenen = schnellere Entscheidungen. Typisch: Junior, Mid, Senior, Lead, Manager, Director, VP. |
| Mittelstand (200–2.000) | 7–10 | Zusätzlich Principal/Staff-Engineer-Tracks. Getrennte IC- und Management-Pfade ab Senior-Level. |
| Enterprise (2.000+) | 8–15 | Vollständige Career Bands, globale Grades, Dual-Track. Kompatibel mit WTW/Korn-Ferry-Grading-Systemen. |
| Globaler Konzern (10.000+) | 12–25 | Mehrere Career Bands, regionale Variationen, Executive-Stufen. WTW GGS unterstützt bis zu 25 Grades. |
Levels unterscheiden
Jedes Level muss sich objektiv vom darüber und darunter liegenden unterscheiden lassen. Die Kriterien:
- Verantwortungsbereich — Einzelne Tasks → Team-Ergebnisse → Abteilungsstrategie → Business-Unit-P&L
- Problemkomplexität — Klar definiert → Mehrdeutig → Neuartig → Transformativ
- Autonomie — Angeleitet → Eigenständig → Strategisch → Richtungsgebend
- Wirkung — Task-Output → Projektlieferung → Funktions-Performance → Organisationsstrategie
- Skill-Tiefe — Basic → Qualifiziert → Fortgeschritten → Professionell → Domain Expert
Wenn zwei benachbarte Levels in mindestens drei dieser Dimensionen nicht klar unterscheidbar sind, sollten sie zusammengelegt werden.
Level-Matrizen nach Branche
| Branche | Typische Families | Typische Levels | Auffälliges Muster |
|---|---|---|---|
| Technologie | 10–15 | 7–12 | Tiefe IC-Tracks (Staff, Principal, Distinguished Engineer). Weniger Management-Levels. |
| Finanzdienstleistungen | 12–20 | 10–15 | Regulierte Rollen erfordern präzises Leveling. Stark Compliance-getriebene Architecture. |
| Fertigung | 8–12 | 8–12 | Schichtbasierte Rollen benötigen Work-Mode-Unterscheidungen. Sicherheits-/Risikokategorien prominent. |
| Gesundheitswesen | 15–25 | 10–15 | Klinische vs. nicht-klinische Families. Akkreditierungsanforderungen in Role Profiles eingebettet. |
| Professional Services | 8–12 | 6–10 | Partner-/Principal-Track getrennt vom Management. Umsatzbasiertes Leveling üblich. |
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Gespräch mit Hanns